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Orgasmus
Die Intensität
des Orgasmus ist von Person zu Person unterschiedlich,
und ebenso ist bei derselben Person der Orgasmus nicht immer gleich befriedigend,
sondern hängt von vielen Faktoren ab: Erregung, Partner/in, vorherige
Enthaltsamkeit, Dauer der sexuellen Betätigung, Streß, Gesundheitszustand,
Müdigkeit, Alkohol usw. Ebenso verschieden sind die Reaktionen beim
Orgasmus. Einige schreien, stöhnen, wimmern, andere sind eher still
und äußerlich fast fast unbeteiligt. Auch Reaktionen des Kicherns
oder Weinkrämpfe beim Orgasmus sind bekannt. Bei einigen kommt es
zu starken Körperzuckungen, Reaktionen des Festklammerns, Kneifen
oder Beißen des Partners oder der Partnerin.
Eine uralte sexuelle Legende ist der Glaube, dass beide Partner zur selben Zeit einen Höhepunkt erleben müssen. Manche Pärchen halten nur dies für einen "richtigen" Orgasmus und ein Zeichen dafür, dass man sexuell auch zueinander paßt. Sie bemühen sich darum, möglichst gleichzeitig "zu kommen", um das Ideal der "Verschmelzung miteinander", des "Ineinander-Aufgehens" zu erreichen. Ihre Bemühungen sind manchmal von Erfolg gekrönt. Tatsächlich ist es jedoch keinesfalls als Mißerfolg zu bewerten, wenn nur ein Partner einen Orgasmus hat, oder wenn der Höhepunkt des einen sehr viel später liegt als der des andern, sondern dies ist eher der Normalfall. Die unterschiedlichen männlichen und weiblichen Reaktionsweisen, die Nichtübereinstimmung von Rhythmus und Verlauf der Erregungskurve bei Mann und Frau sind normale und biologisch ganz natürliche Gegebenheiten (siehe unten: Die 4 Phasen der Erregung). Viele Orgasmus-Störungen kommen deshalb zustande, weil der Mann oder die Frau sich zu stark darauf konzentrieren, den Orgasmus bewußt herbeizuführen und dabei die sehr angenehmen Empfindungen durch den engen Körperkontakt vernachlässigt.
Die Masters & Johnson-Studie Nähere wissenschaftliche Informationen über den Orgasmus, insbesondere über die im Körper im einzelnen ablaufenden biologischen Prozesse, stehen seit der berühmten Studie von Masters & Johnson zur Verfügung (veröffentlicht 1966: Die sexuelle Reaktion). Der amerikanische Gynäkologe William Howell Masters und seine Ehefrau Virginia Johnson veröffentlichen dort sehr viele vorher unbekannte Details über die Prozesse, die im menschlichen Körper während des Geschlechtsverkehrs ablaufen. Basis ihrer Untersuchung sind Messungen und Interviews mit Pärchen, die sich freiwillig gemeldet hatten und im Labor unter Kontrolle ihrer Körperfunktionen miteinander Geschlechtsverkehr hatten oder onanierten. Anfänglich gab es nur Befragungen und Messungen bei weiblichen Prostituierten, später jedoch auch bei anderen Männern und Frauen. Verwendet wurde für die Studie unter anderm ein künstlicher Penis, der zur Masturbation verwendet wurde, gleichzeitig aber viele Messungen durchführte und auch fotografische Aufzeichnungen machte. Einige ganz wesentliches Ergebnisse der Studie sind: Beim Orgasmus
gibt es beim Mann ebenso wie bei der Frau vier
Phasen, die sich deutlich voneinander unterscheiden lassen. Allerdings
gibt es auch erhebliche Unterschiede zwischen dem männlichen und
weiblichen Orgasmus. Die vier Phasen (siehe Grafik unten) lassen sich
sowohl vom gefühlsmäßigen Erleben voneinander unterscheiden,
es gibt aber auch sehr deutliche körperliche Merkmale (Blutdruck,
Pulsfrequenz, Atemgeschwindigkeit).
Bei den meisten Frauen ist die Reizung des Kitzlers (Klitoris) wichtigste Voraussetzung für das Erleben eines Orgasmus und weitaus bedeutsamer als Empfindungen in der Vagina durch rhythmische Bewegungen des Penis. Mann
Frau ein
bestimmter Grad der Erregung ist erreicht; die Aufmerksamkeit ist von
der Umgebung weggelenkt; weitere Erhöhung von Blutdruck, Puls und
Atmung Rotfärbung der kleinen Schamlippen wird noch intensiver, nach
einer bestimmten Zeit zieht sich die Klitoris unter ihre Vorhaut zurück
und wird unerreichbar, noch stärkerer sex-flush, Aufmerksamkeitsverengung
Wales - Je
häufiger ein Mann einen Orgasmus erlebt, desto besser ist er vor
tödlichen Krankheiten geschützt. Das zeigt eine walisische Studie
an über 900 Männern mittleren Alters. In den 80er Jahren waren
sie erstmals medizinisch untersucht und befragt worden - auch über
ihr Sexualleben. Etwa jeder Dritte gab an, 2mal oder öfter pro Woche
einen Orgasmus zu erleben. Ungefähr jeder Fünfte war weniger
als einmal pro Monat sexuell aktiv. Die übrigen Männer, rund
die Hälfte, lagen irgendwo dazwischen.
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