Biologie

Zwei Penis-Typen

Einen Zusammenhang zwischen Körpergröße oder Körpergewicht und Penisgröße gibt es nicht. Es lassen sich jedoch zwei Penis-Typen unterscheiden: Der "Fleisch-Penis" ist in schlaffem Zustand schon recht groß und wächst bei der Erektion nur noch geringfügig an. Umgekehrt ist der "Blut-Penis" ohne Erregung recht klein, wächst aber durch die Erektion ganz erheblich.

Blut-Penis (links) und Fleisch-Penis (rechts). Erigiert sind beide etwa gleich lang.

Die männlichen Geschlechtsorgane


Eichel und Vorhaut

Der Penis ist außen von einer Penishaut umgeben, das vordere Teil davon ganz oben ist die Vorhaut. Wenn man diese Vorhaut zurückzieht, liegt die "Eichel" frei. Ganz weit zurückziehen kann man die Vorhaut jedoch nicht, weil sie an einem Bändchen befestigt ist ("Frenulum"). In manchen Kulturen (z.B. Islam, Juden) wurd die Vorhaut bei Neugeborenen oder Jugendlichen ganz oder teilweise weggeschnitten, so dass man sie danach sehr viel weiter zurückziehen kann. Diese Beschneidung wird bei uns nur aus medizinischen Gründen durchgeführt etwa bei einer Vorhautverengung. In der Nähe des Vorhaut-Bändchens liegen Drüsen, die feuchte Absonderungen von sich geben. Diese Drüsen-Absonderungen riechen unangenehm, wenn man sich im Genitalbereich nicht öfter wäscht und sehen dann milch- oder käseartig aus
(das sog.)


Smegma


Der Hoden

Im Hodensack ("Skrotum") befinden sich zwei Hoden und die Nebenhoden. Der Hodensack selbst hat sehr viele Muskelzellen, so dass er sich bei Kälte sehr stark zusammenziehen kann und sehr viel kleiner ist. Die beiden Hoden haben zwei Funktionen: Zum einen wird dort das männliche Geschlechtshormon Testosteron produziert, zum anderen werden dort auch die Samenzellen, die sog. "Spermien", produziert. Die Spermien werden nach ihrer Herstellung dann sofort in den sogenannten Nebenhoden transportiert, wo sie weiter heranreifen und dann zumeist erst nach einem Zeitraum von etwa 2 Monaten wirklich befruchtungsfähig sind und bei der Ejakulation nach außen gelangen.

Beim Samenerguß ("Ejakulation") werden die herangereiften Spermien dann über einen relativ weiten Weg durch Samenleiter und Harnröhre nach außen geschleudert - mit einer Geschwindigkeit von etwa 14-18 km/h. Die Spermamenge, die bei der Ejakulation ausgestoßen wird, beträgt meist 2-6 Milli-Liter, rund 200-500 Millionen Spermien.

Samenblasen und Prostata

Samenblasen und Prostata (Vorsteherdrüse) erzeugen eine Substanz, die die Spermien umgibt und in der sie sich auch in der Vagina bis zur Gebärmutter bewegen können. Nur etwa 10 Prozent dessen, was wir bei der Ejakulation von uns geben (das "Ejakulat"), besteht aus Spermien, der Rest wird von den Samenzellen und ganz überwiegend (etwa 60 Prozent) von der Prostata produziert. Nach einer Sterilisation ("Vasektomie") verläuft beim Mann fast alles genau so wie vorher, mit einer Ausnahme: Es werden keine Spermien mehr nach außen transportiert, sondern nur noch die von Samenblasen und Prostata produzierten Substanzen. Die Cowperschein Drüsen sind etwa erbsengroß und schicken unmittelbar vor der Ejakulation eine Flüssigkeit in die Harnröhre, damit diese gleitfähiger wird.


Das Geschlechtshormon Testosteron

Das männliche Geschlechtshormon Testosteron ist entscheidend für das äußere männliche Erscheinungsbild, also für Muskelwachstum, Knochenbau und auch rote Blutkörperchen. Sein Vorkommen ist wichtig für die Ausbildung der sekundären männlichen Geschlechtsmerkmale: Haar- und Bartwuchs, Stimmhöhe usw. Da Testosteron die Entwicklung der Muskulatur fördert, wird es von Body-Buildern und Schwerathleten manchmal mißbräuchlich als Präparat eingenommen, um den Muskelzuwachs künstlich zu steigern. Die künstliche Erhöhung des Testosteron-Spiegels gilt jedoch als Doping. Testosteron wird etwa zu 90 Prozent in den Hoden produziert. Im männlichen Körper wird es in Mengen von etwa 7 Milligramm pro Tag produziert, im weiblichen Körper in Mengen von ca. 0,3 mg/Tag.


Testosteron galt bis vor kurzem noch als die entscheidende Substanz für das Zustandekommen der Erektion. So wurde bei Impotenz von Medizinern vielfach unterstellt, die produzierte Testosteron-Menge sei zu niedrig, und es wurden Hormone künstlich (medikamentös, mit Spritzen) verabreicht. Auch viele Aphrodisiaka enthalten zum Teil männliche Hormone. Stierhodenextrakt galt früher als Aphrodisiakum und besonders wirksam zur Steigerung von Potenz und Erektionsfähigkeit.

Mediziner sind jedoch heute sehr viel zurückhaltender, was die Bewertung des Testosteron für die männliche Erektionsfähigkeit betrifft. Richtig ist zwar, dass Testosteron für die Libido (sexuelles Verlangen) und Potenz von Bedeutung ist. Jedoch ist bislang nicht schlüssig nachgewiesen, dass die Therapie von Erektionsstörungen durch zusätzliche Verabreichung von Testosteron tatsächlich auch immer wirksam ist. Auch hat es sich gezeigt: Männer, die überhaupt kein Testosteron mehr produzieren, können gleichwohl eine völlig normale Potenz und Erektion haben. Jungen im Alter unmittelbar vor der Pubertät, in der die Hoden noch kein Testosteron produzieren, können trotzdem eine kräftige Erektion haben.









 























































 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 



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